Waschbären und Katzenbären

Der Ursprung ihres Namens

Der Waschbär
Der amerikanische Name des Waschbären "racoon" kommt von dem indianischen Wort "arakun" was soviel wie "Kratzepfötchen" bedeutet. Das Wort "Waschbär" kommt dadurch zustande, daß Waschbären in Käfighaltung dazu neigen, ihre Nahrung im Wasser "zu waschen". Wissenschaftler meinen heute, daß sie dies einfach nur tun, um das in Freiheit vorkommende Suchen nach Nahrung im Wasser zu kompensieren. Der Waschbär wird in Deutschland auch noch als "Schupp" bezeichnet - dies stammt noch aus dem 16. Jahrhundert, als die ersten Deutschen schon nach Venezuela kamen und am Flußufer ein Pelztier entdeckten, das an einem Fisch herumkratzte.

Der Katzenbär
Der ursprüngliche Name "Wah" wurde durch einen britischen Wissenschaftler geprägt, der auf seiner Reise durch Asien oftmals eines der Tiere durch seinen Ruf fand, der für ihn einfach nur wie "Wah" klang. Der Name des "Pandas" kommt vom nepalesischem "nigaleya ponya", was soviel wie "Bambusesser" bedeutet. Der Beisatz des "Kleinen" (engl. "lesser") oder "Roten" (engl. "red") Pandas kam erst später hinzu, um eine Unterscheidung zwischen den beiden Pandaarten zu haben und hat sich mittlerweile eingebürgert. Der erste Katzenbär wurde übrigens schon 48 Jahre (1821) vor dem Großen, bekannten Panda entdeckt und wurde so lange zeit nur als "Panda" bezeichnet. Erst später rückte der große schwarzweiß gefärbte Bär ins Rampenlicht und übernahm diesen Namen. So findet man manchmal auch den Beisatz "Gewöhnlicher" (engl. "common") wenn es um einen Katzenbären geht. Das Wort Katzenbär (engl. "red cat bear") kommt einerseits dadurch, daß der Kopf des Tieres wie der einer Katze wirkt und andererseits dadurch, daß sich diese Bären exakt so putzen, wie es unsere Hauskatzen machen. Der letzte weit verbreitete Name "Firefox" stammt von dem chinesischen Namen des Tieres "Hun-ho", was zu deutsch "Feuerfuchs" bedeutet und auf die fuchsähnliche Gestalt und das rostbraune Fell anspielt. In anderen Ländern hat der Katzenbär noch viele andere Namen, meist aber die direkte Übersetzung von "Rot-Panda", "Klein-Panda", "Katzen-Bär" oder "Feuerfuchs" in der jeweiligen Sprache.


Der lateinische Name

Procyon lotor (Der Waschbär)
Der Name "procyon lotor" ist wieder einmal ein verwirrender Name der nur durch die äußere Erscheinung des Waschbären zustande kam. "Procyon" bedeutet soviel wie "Vorhund" während "lotor" soviel wie "waschen" bedeutet. Insgesamt ergibt sich daraus "Waschender Vorhund".

Ailurus fulgens (Der Katzenbär)
Der Name "ailurus fulgens" ist ebenfalls abgeleitet von de äußeren Erscheinungsform. "Ailurus" stammt wohl allerdings nicht aus dem lateinischen, sondern aus dem griechischem und ist vom Wort "Ailuros" abgeleitet, was soviel wie "Katze" bedeutet und wurde wohl gewählt um nicht mit den echten Katzenartigen durcheinander zu kommen. "Fulgens" hingegen ist das lateinische Wort für "glänzend", "scheinend" oder "schimmernd". Zusammengesetzt heißt der Name also "Glänzende Katze".


Die Unterarten

Unterarten des Waschbären
Zu den Waschbären zählen der "Nordamerikanische Waschbär (Procyon lotor)", der "Krabbenwaschbär (Procyon cancrivorus)", der "Barbados-Waschbär (Procyon gloveralleni)", der "Tres-Marias-Waschbär (Procyon insularis)", der "Bahama-Waschbär (Procyon maynardi)", der "Guadeloupe-Waschbär (Procyon minor)" und der "Cozumel-Waschbär (Procyon pygmaeus)". Der bekannteste Waschbär ist der "Procyon lotor", die letzten 5 Arten sind zwergwüchsig. Die größten Unterschiede sind in der Fellfärbung, Gesichtsmaske und dem Verbreitungsgebiet zu finden.

Unterarten des Katzenbären
Der Katzenbär hat zwei Unterarten, die sich hauptsächlich durch das Verbreitungsgebiet und ihr Sozialverhalten unterscheiden. Der im westlichen Teil anzutreffende "Ailurus fulgens fulgens" hat angeblich eine weichere Fellzeichnung, während der "Ailurus fulgens styani" (benannt nach seinem Entdecker) in den restlichen Ausbreitungsgebieten des Katzenbären anzutreffen ist und eine sehr viel markantere Fellzeichnung besitzen soll.


Verschiedene Dinge im Vergleich

Körperform
Auf den ersten Blick mag der Katzenbär ja dem Waschbären recht ähnlich sehen, aber er ist, wenn man die beiden Arten vergleicht, deutlich schlanker. Die Körperlänge beider Arten (von der Nase an gemessen - ohne Schwanz) ist in etwa gleich und beträgt zwischen 55 und 70 cm. Der Schwanz des Katzenbären ist aber deutlich länger als jener des Waschbären, ca. 50 bis 60 cm während der Waschbär eine maximale Schwanzlänge von nur 25 cm erreicht. Die Schulterhöhe des Waschbären ist mit über 30 cm größer als die des Pandas der meist darunter liegt. Dazu passend hat der Waschbär bei gleicher Körperlänge ein größeres Gewicht als der Katzenbär. Waschbären werden 5 bis 10 kg schwer, Katzenbären 4 bis 6 kg wobei männliche Tiere beider Arten stets mehr Gewicht erreichen als die Weibchen. Waschbären können ein Maximalalter von 22 Jahren in Gefangenschaft und bis zu 10 Jahren in Freiheit erreichen, Katzenbären bringen es auf 14 Jahre in Gefangenschaft und 7 Jahre in Freiheit.

Verbreitungsgebiet
Der größte Unterschied liegt im wohl Verbreitungsgebiet und der damit Verbundenen unterschiedlichen Ernährung. Waschbären sind in ganz Amerika und Teilen von Europa zu finden, während die sehr temperaturempfindlichen Katzenbären (Temperaturoptimum zwischen 17 und 25°C, bei höheren Temperaturen dösen sie an einem schattigen Platz) sich nur an den Hängen des Himalaya wohlfühlen und auch noch eine kleine Population in Nepal aufweisen. Katzenbären haben sich darauf spezialisiert, den in ihrem Lebensraum weit verbreiteten Bamubus zu fressen, der allerdings relativ Nährstoffarm ist. Sie verschmähen aber auch Insekten, Jungvögel und Eier nicht wenn sie in der Lage sind diese zu bekommen was allerdings relativ selten der Fall ist. Das größte Problem für sie ist also die fortschreitende Zerstörung der Bambuswälder durch den Menschen. Waschbären sind bei der Futtersuche nicht allzu wählerisch. Sie sind Allesfresser und fressen was sie bekommen können. In der Nähe von Menschen scheinen sie sich dabei besonders wohl zu fühlen - finden sie doch in unserem Abfällen alles, was man zu Leben braucht...

Naturschutz
Nach dem Naturschutzgesetz in Deutschland ist es übrigens verboten, Waschbären zu fangen, zu halten oder mitzunehmen und irgendwo anders wieder auszusetzen. Es sind Wildtiere, die zwar zähmbar sind sich aber dennoch NICHT als Haustier eignen. Der Kleine Panda ist allein schon durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt, welches einen weltweiten Handel mit lebenden Exemplaren und sogar toten Exemplaren dieser Tierart untersagt. Des Weiteren befinden sie sich auf der roten Liste und gelten als stark bedroht. Die genaue Population der Kleinen Pandas ist unbekannt, da ihr Verbreitungsgebiet an den Hängen des Himalaya schwer für Menschen zugänglich ist. Ausgehend von ihrer Reviergröße und dem Verbreitungsgebiet kann man allerdings eine ungefähre Populationsgröße errechnen. Der Kleine Pandabär befindet sich zusätzlich in einem Zuchtprogramm um den derzeitigen Bestand dieser Tierart zu erhalten. In diesem Programm, an dem alle Tierparks und Zoos der Welt teilnehmen, die diese Tierart besitzen, befinden sich ca. 600 Tiere weltweit.

Fortpflanzung
Waschbären paaren sind zwischen Anfang Januar und Ende Februar und bekommen bei einer Tragzeit von durchschnittlich 62 Tagen ein bis sechs blinde Junge, manchmal gibt es noch einen zweiten Wurf im August. Schon nach 21 Tagen öffnen die Jungen die Augen. Waschbärweibchen werden mit einem Jahr geschlechtsreif, Männchen erst mit zwei Jahren, auf diese Weise wird Inzucht vermieden, da die Geschwister so möglichst weit auseinander liegen. Katzenbären paaren sind ebenfalls zwischen Anfang Januar und Ende Februar, haben allerdings eine deutlich höhere Tragzeit von 112 bis 158 Tagen (offenbar je nach Nahrungsangebot) bei der das Weibchen die dreifache Menge an Bambus zu sich nehmen muß. Während der Paarungszeit bleibt das Paar für einige Tage zusammen. Es werden dann ein bis vier blinde, aber schon voll behaarte Junge geboren, aber meist nur zwei. Die Jungen öffnen erst mit 28 bis 41 Tagen die Augen, werden aber zuvor oft Opfer von Räubern. Die Geschlechtsreife tritt bei dieser Tierart mit etwa zwei bis drei Jahren ein. Zumeist wird bei beiden Arten der Nachwuchs nach der Aufzucht vertrieben und sucht sich dann ein eigenes Revier, manchmal sieht man sie aber auch in Familiengruppen zusammenlebend. Für die Aufzucht der Jungen ist in beiden Fällen die Mutter zuständig, während der Vater weiterzieht.

Lebensweise
Sowohl Waschbär als auch der Katzenbär sind dämmerungs- und nachtaktive Einzelgänger und genau so oft am Boden wie in den Bäumen anzutreffen. Pandas suchen bevorzugt nach Bambus in ihrem Lebensraum, ihrer Hauptspeise. Sie fressen aber auch Beeren, Insekten, Jungvögel, Eier und manchmal sogar Blätter und Gras. Der Waschbär ist ein Allesfresser, der beinahe alles frißt, was die passende Häppchengröße hat und zu langsam ist. In der Nähe von Menschensiedlungen findet man sie oft im Müll wühlen, dort finden sie alles was sie brauchen. Pandas verfolgen, wenn sie am Boden sind, immer feste Pfade, die sie durch ein stark nach Moschus riechendes Sekret aus einer Drüse in der Nähe des After markieren.


Das Aussehen des Katzenbären in Vergleich zum Waschbären

Die Ohren
Der Waschbär hat weiße Ohren mit sehr kurzem Fell. Die Spitzen der Ohren sind abgerundet. Der Panda hat spitz zulaufende, fellige Ohren. Innen sind sie weiß, auf der Rückseite am Ansatz rostbraun und verlaufen zu einem Schwarz an der Spitze. Am unteren Ohransatz befindet sich ein Büschel längeren Fells.


Die Augen
Die Augen des Katzenbären stehen ein wenig schräg (gehen beim linken Auge zum Beispiel von oben links nach unten rechts), was ihm ein stark asiatisches Aussehen verleiht. Die Augen sind durch eine schwarze "Außenlinie" deutlich von dem weißen Fellfleck abgetrennt, in dem sie liegen. Oberhalb der Augen befindet sich jeweils noch ein weißer Fleck der Gesichtsmarke, der manchmal fast schon wie ein leicht gedrehtes Dreieck erscheint. Die Augenfarbe der Tiere ist braun, die Pupille erscheint am Tag nur als ein kleiner schwarzer Punkt. Sowohl der Waschbär als auch der Katzenbär sind farbenblind.


Die Schnauze
Die Schnauze des Katzenbären ist komplett weiß - bis auf einen kleinen braunen Fleck unterhalb des Kinns, der, wenn man genau hinsieht, ein Teil des durchgängigen "Tränenstreifens" ist, welcher als dunkelbrauner Streifen von Auge unter der Schnauze hindurch zum anderen Auge geht. Vom Profil her ist die Schnauze relativ kurz und flach - nicht so lang wie zum Beispiel bei einem Fuchs. Der Nasenspiegel ist schwarz. Von der Mitte der Schnauze aus geht oben ein kleiner weißer Fleck weg, das Fell oberhalb der Schnauze ist auch deutlich heller als zum Beispiel das Fell des Rückens. Sowohl der Katzenär als auch der Waschbär besitzten weiße Schnurrhaare.


(Nur Katzenbär:) Weiße Flecken unter der Schnauze
Meist unbeachtet bleiben beim Katzenbären zwei weiße Flecken unterhalb der Schnauze. Hier auch hervorragend zu sehen: Die Lefzen der Tiere sind schwarz.


Die Vorderpfoten
Waschbären haben fünf lange, dünne Finger mit einer scharfen Kralle am Ende. Sie können einen ihrer Finger ähnlich wie einen Daumen benutzen. Die Pfoten sind komplett schwarz. Der Panda hat fünf dicke, kurze Finger, jeweils mit einer weißen sichelförmig gebogenen Kralle versehen. Die Pfoten sind bis auf die Laufflächen komplett schwarz, die Laufflächen sind gelblich bis gräulich und behaart. Die Haare unter der Pfote dienen dazu, daß der Panda auch auf nassen Ästen nicht ins Rutschen kommt. (nicht sichtbar) Katzenbären haben an den Vorderpfoten eine Art Pseudodaumen. Es ist eine Verlängerung des Hangelenkknochens den sie dazu verwenden können um Bambus zu greifen und festzuhalten. Die Krallen sind teilweise einziehbar. Beides sind übrigens Sohlengänger: Sie laufen auf der gesamten Handfläche. Der Katzenbär stellt die Vorderpfoten beim Laufen auf dem Boden dabei extrem nach Innen.


Die Hinterpfoten
Sowohl Waschbär als auch Katzenbär besitzen fünf Zehen und sind Sohlengänger.

Der Schwanz
Der Schwanz des Waschbären ist abwechselnd hellgrau/dunkelgrau geringelt. Die Ringel sind dabei relativ breit (ca 4 bis 5 cm) gesehen auf die kurze Schwanzlänge von ungefähr 25 cm. Der Schwanz des kleinen Pandas ist abwechselnd gelblichbraun/rostbraun geringelt. Die Ringel sind dabei relativ dünn (ca. zwei bis drei cm) gesehen auf die recht enorme Schwanzlänge von bis zu 60 cm. Die Schwanzspitze ist meistens schwarz.